Call for Papers – SYN #17 kollektiv (German)

Über SYN #17

SYN sucht Texte von Studierenden aller Universitäten mit Interesse an geistes- und kulturwissenschaftlichen Fragestellungen. Eine Auswahl wird im zweimal jährlich beim LIT Verlag erscheinenden SYN Sammelband für Theater-, Film-, und Medienwissenschaft publiziert.

SYN #17 untersucht das Kollektive in all seinen Facetten und Ausformungen. Was sind greifbare Formen des Kollektivs? Wo liegen die Grenzen, Gefahren und Potenziale kollektiver Zusammenschlüsse? Wie werden kollektive Positionen in verschiedenen Medien und Kunstformen verhandelt? Wie lassen sich Kollektive als System begreifen und inwiefern sind auch nicht-menschliche Elemente daran beteiligt? Anders gefragt: Können wir kollektiv – und wenn ja, wie?

Denkanstöße

kollektiv. Bedeutet das Schaffen neuer Räume im Zusammenschluss mehrerer Individuen; das Entstehen von Beziehungen und damit von Kommunikation. Kollektives Arbeiten kann aktiv, partizipativ und ermächtigend sein. In der Kunst stellt das Kollektiv Fragen nach Autor*innenschaft und neuen Ausdrucksformen, der kollektive Raum kann zum safe space werden, der dem Individuum seine Entfaltung im Schutz der Gruppe ermöglicht.

kollektiv. Das ist individuelle Entfaltung, doch zugleich die Möglichkeit einer temporären Überschreitung individueller Grenzen. In Ritual, Kultus, Orgie oder dionysischen Festen können sich die Grenzen individueller Körper in einem kollektiven Wir auflösen. Dabei ist kollektives Erfahren immer eingebettet in konkrete Strukturen, die diese Auflösung ermöglichen – und die nicht selten eine rasche Rückkehr zur Ordnung fordern.

kollektiv. Meint die permanente Verhandlung sozialer, politischer wie wirtschaftlicher Strukturen und ihre Aufrechterhaltung durch eine Gemeinschaft. Die gesellschaftliche Macht der Masse zeigt sich in Shitstorm und Schwarmintelligenz ebenso wie in der Besetzung bestimmter Symbole und Codes durch einzelne Gruppierungen. Ein Zusammenschluss ist immer auch ein Ausschluss des Anderen und Fremden, das Angst macht oder nach dem man sich sehnt.

kollektiv. Heißt einordnen, verhandeln und Gemeinschaften – mit konkreten Zielen, Ideologien und einer Geschichte – bilden. Es ist die Ambivalenz des Sich-nicht-reduzieren-lassen-Wollens auf die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe bei gleichzeitigem Sich-aus-der-Verantwortung-Ziehen unter dem Vorwand einer kollektiven Täter*innenschaft. Es zeigt sich im kollektiven Erinnern, im Vergessen und Verdrängen, im Trauma.

 

Rahmenbedingungen:

Wir bieten: Redaktionelle Textbetreuung (d. h. Unterstützung in Hinsicht auf Inhalt, Stil und Struktur der Arbeiten), eine diskursive und kritische Auseinandersetzung zwischen Betreuer*innen und Autor*innen, Peer-Review-Verfahren und Lektorat.

Wir suchen: Texte (Hausübungen, Seminar-, BA-Arbeiten, außeruniversitäre Textproduktionen etc.) aus dem Bereich der Geistes- und Kulturwissenschaften – beispielsweise aus Studien wie TFM, Germanistik, PoWi und KSA – die in den folgenden drei bis vier Monaten mit dem SYN-Team gemeinsam bearbeitet werden, persönlich oder per Internetkommunikation. Das Angebot richtet sich primär an Studieren ohne Master- oder Diplomabschluss.

Wir bitten: Um Einreichungen in gängigen WORD- oder PDF-Formaten. Bei zu umfangreichen Artikeln wird während der Arbeit an den Texten angestrebt, sie für das SYN auf eine Länge von ungefähr 25.000 Zeichen zu kürzen.

 

Einreichungen bitte bis 29.07.2018 an: office@syn-magazin.at

Mehr Informationen auf: facebook.com/syn.magazin.tfm oder: syn-magazin.at

 

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